Alexis Henderson: Das Jahr der Hexen

Über das Buch:

Autorin: Alexis Henderson
Titel: Das Jahr der Hexen
Originaltitel: The Year of the Witching
Verlag: Festa Verlag
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-86552-911-4
Preis: 19,99€

Inhalt:

In Bethel ist das Wort des Propheten Gesetz. Allein Immanuelles bloße Existenz durch die Liebe ihrer Mutter zu einem Fremden ist Gotteslästerung.
So wie alle anderen Frauen in der Siedlung führt Immanuelle ein Leben der Unterwerfung und absoluten Hingabe.
Doch dann betritt sie die verbotenen Dunklen Wälder, die Bethel umgeben. Sie werden von den Geistern von vier Hexen heimgesucht. Diese machen Immanuelle ein außergewöhnliches Geschenk: Das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter …
Fasziniert von den geheimnisvollen Aufzeichnungen, fällt es Immanuelle schwer zu verstehen, weshalb sich ihre Mutter mit den mächtigen Hexen verbündete. Bis sie die grausame Wahrheit über den Heiligen Krieg des ersten Propheten erfährt, bei dem unzählige Frauen und Mädchen missbraucht, gefoltert und verbrannt wurden.

Meine Meinung:

Dieses Buch erzählt von Immanuelle. In ihrem Dorf unterscheidet sie sich von den anderen Bewohnern. Nicht nur durch ihr herausstechendes Äußeres, auch durch ihre Vorgeschichte. Von dieser ist Immanuelle nicht direkt betroffen, allerdings haben ihre bereits verstorbenen Eltern einen schlechte Ruf über sie gebracht, der ihr bis heute anhaftet. Aber Immanuelle fühlt sich auch anders. Sie ist keine Mitschwimmerin und bringt sich und ihre Familie durch diese Einstellung mehr in Gefahr, als sie ahnen könnte. Die Geschichte, sowie die Thematik ist grundsätzlich sehr interessant. Allerdings gab es viele Schwachstellen, die sowohl Spannung, als auch Atmosphäre abgeschwächt haben. Ich gehe zunächst auf die Darstellung der Hexen und des Waldes ein. Hier hätte man die meiste Spannung erzeugen können. Die Hexen sind eindringlich beschrieben und wirken ebenso düster wie bedrohlich. Auch der Wald erzeugt durch seine Darstellung eine ganz eigene, düstere Atmosphäre. Dieser wird allerdings weitaus weniger betreten als vermutet. Man kommt zwei Mal in den Genuss, den Wald mit Immanuelle gemeinsam betreten zu dürfen. Dabei bleibt es allerdings. Ein bisschen enttäuschend, da sich die ganze Geschichte eben um die Mystik des Waldes aufbaut. Dass jener dann so wenig Beachtung bekommt, hat der Atmosphäre leider nicht gut getan. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte gab es viele Punkte, die mehr Beachtung hätten bekommen können. So zum Beispiel die vier Plagen, die Bethel heimsuchen. Während die ersten beiden noch intensiv beschrieben und mit all ihren Auswirkungen dargestellt werden, so wird der dritten beinahe keinerlei Beachtung geschenkt. Ihr Eintreten wird erwähnt, ihre Folgen oder anderweitige Reaktionen auf diese Plage bleiben allerdings aus. Während der Einstieg in das Buch sehr leicht gelingt, da die Geschichte zu Beginn sehr mitreißend ist, so wird es zum Ende hin immer holpriger. Bereits angeschnittene Punkte geraten in Vergessenheit und finden auch im späteren Verlauf keine Erwähnung mehr. Ebenso Charaktere, die anfangs eine große Rolle spielten. Auch sie geraten schneller in den Hintergrund, als man es erwarten würde. Manche von ihnen finden sogar bis zum Schluss keinerlei Erwähnung mehr. Alles in allem ist die Figurengestaltung nicht konstant, da keine erkennbare Struktur in deren Wichtigkeit erkennbar ist. Dazu kommt noch das Gefühl, dass das letzte Drittel sehr konstruiert wirkt. Man bekommt den Eindruck, als wollte die Autorin die Geschichte schnell abschließen, ohne dabei auf eventuell offen gebliebene Fragen einzugehen. Es scheint nur noch Platz für ein geradlinig verlaufendes Ende zu geben. Es wird nicht mehr nach links und rechts geschaut, um eventuell auf dem Weg zum Ende liegende Nebenhandlungen einzubringen. Als Charakter punkten konnte für mich Ezra, da ich ihn von Beginn an als sympathisch und loyal verstanden habe. Auch wenn sein Auftreten später zu großen Teile wegfällt, so wird er und sein Verbleib immerhin zum Schluss erwähnt.

Bewertung:

Der Grundgedanke der Geschichte ist gut. Allerdings hat die Umsetzung der Spannung nicht gut getan. Auch die atmosphärischen Elemente (wie der Wald oder die Plagen) hätten besser herausgearbeitet werden können, um eine eindringlichere, düstere Grundstimmung zu schaffen. Die Gesamtaussage, die aus dem Buch hervor geht ist ebenfalls gut bei mir angekommen. Es ist nur wirklich schade, dass so viele Figuren auf dem Weg dahin verloren gingen und beinahe keine Erwähnung mehr gefunden haben. Außerdem wurde ihnen – bis auf Ezra – nicht genug tiefe verliehen, um sich intensiv mit ihnen anzufreunden oder gar mitzufiebern. Das Buch wird als „Thriller“ benannt, und sicherlich ist das zutreffend. Ich bin allerdings mit einer anderen Erwartungshaltung an diese Geschichte gegangen und wurde – leider – an vielen Stellen enttäuscht.

Schreibstil: 4/5
Charaktere: 2,5/5
Geschichte: 3/5
Überraschungen/Wendungen: 3/5
Spannung/Atmosphäre: 2,5/5

Gesamtbewertung: 3/5

Bewertung: 3 von 5.

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