Andrea Bartz: Flashback

Über das Buch:

Autorin: Andrea Bartz
Titel: Flashback
Originaltitel: The Lost Night
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Thriller
ISBN: 978-3453360389
Preis: 9,99€

Inhalt:

2009: Über den Dächern von Brooklyn feiert eine Gruppe junger New Yorker wie im Rausch. Für Lindsay endet die Party wie so oft mit einem Blackout. Am nächsten Morgen erinnert sie sich an nichts. Doch etwas Schreckliches ist passiert: Während alle feierten, hat sich ihre beste Freundin Edie wenige Stockwerke tiefer erschossen.
2019: Lindsay hat mit den Ereignissen von vor zehn Jahren eigentlich abgeschlossen. Doch dann begegnet sie einer Freundin von damals, und alte Wunden reißen wieder auf. War Edies Tod wirklich Selbstmord? Wer könnte ihr etwas angetan haben? Stück für Stück setzt Lindsay das Bild jener verlorenen Nacht zusammen. Nur ihre eigene Erinnerung lässt sie dabei immer wieder im Stich, und sie beschleicht ein grauenhafter Verdacht.

Meine Meinung:

Ich hatte ehrlich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden. Lindsay fand ich von Beginn an unsympathisch. Sie ist mittlerweile über 30 und trauert dennoch ihrer Jugend hinterher, fühlt sich noch immer ausgeschlossen und scheint ihren Platz in der Welt bisher nicht gefunden zu haben. Nach und nach trifft sie die Leute aus ihrer alten Clique und versucht aufzudecken, was damals mit ihrer besten Freundin Eddie geschah. Für mich persönlich sehr unrealistisch. Ab und zu blitzen eifersüchtige Züge in Lindsay auf – Eifersucht gegenüber ihrer toten ehemals besten Freundin. Und obwohl der Tod von Eddie als Selbstmord eingestuft wurde, setzt Lindsay alles daran, herauszufinden, was in der Nacht vor 10 Jahren tatsächlich geschah. Das nach einer so langen Zeit zu rekonstruieren, obwohl Lindsay in der Vergangenheit sowie Gegenwart mit großen Gedächtnislücken verhindert wird, scheint mir etwas überholt – zumal der Fall eigentlich abgeschlossen war. Die Geschichte dreht sich eigentlich im Kreis. Einige Passagen ziehen sich arg in die Länge und bringen die Geschichte an sich nicht sehr voran. Der Schreibstil konnte da leider auch keine Verbesserung herbeiführen. Teilweise wirkte er sehr emotionslos und nicht besonders spannungsgeladen. Die alten Freunde, die Lindsay trifft, um sie nach und nach zu befragen, verschließen sich ihr gegenüber irgendwie. Das ergab für mich wenig Sinn – wo doch alle von einem Selbstmord ausgehen. Natürlich wollte der ein oder andere die Vergangenheit sicherlich ruhen lassen, sich jedoch so geheimnisvoll zu verhalten, fand ich ein wenig übertrieben.
Das Ende barg dann für mich doch noch eine kleine Überraschung, hier kam tatsächlich auch Spannung auf – Spannung die dem restlichen Buch leider fehlte. Wenigstens war die schlussendliche Wendung für mich nicht vorhersehbar. So richtig nachvollziehen konnte ich sämtliche Handlungen zwar zum Schluss auch nicht so, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte, jedoch gab es noch diese Wendung, die ein bisschen Spannung in die Geschichte bringen konnte und sie zumindest nicht sinnlos hat enden lassen.

Bewertung:

Die Geschichte plätscherte leider zum Großteil sinnlos und auch etwas langweilig an mir vorbei und konnte mich durch nichts an sich binden. Nichts hat mich derart gefesselt, dass es mir schwer gefallen wäre, das Buch aus der Hand zu legen. Die Handlung war teilweise flach und zog sich in die Länge. Die handelnden Charaktere empfand ich als 0815-Protagonisten, die durch keinerlei besondere Merkmal erwähnenswert wären. Diese Art von Geschichte habe ich leider schon zu oft gelesen. Das Ende hingegen barg für mich wirklich eine echte Überraschung, die zwar auch nicht das Rad neu erfunden hat, jedoch zumindest den Abschluss der Story retten konnte. Von meiner Seite gibt es an der Stelle keine Leseempfehlung, weil mir die nötige Raffinesse und durchgehende Spannung für einen Thriller gefehlt hat.

Schreibstil: 3/5
Charaktere: 2/5
Spannung: 2/5
Geschichte: 2/5
Überraschungen/Wendungen: 3/5

Gesamtbewertung: 2,4/5


• Die Coverrechte obliegen ausschließlich dem Heyne Verlag. •

[Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar]