
Über das Buch:
Autorin: Anne Schröer
Titel: Der letzte Kreis – Verhängnis
Herausgeber: Edition Roter Drache
Genre: Dystopie-Fiktion
ISBN: 978-3968150895
Preis: 18,00 €

Inhalt:
Im Jahr 267 nach dem Untergang des Technischen Zeitalters überwuchern im Norden weitläufige Wälder die Überreste vergangener Zivilisationen. Inmitten ihres Clans führt Adi hier ein beschauliches Leben. Doch der Frieden endet jäh, als die Schreckgespenster aus den Märchen ihrer Kindheit Realität werden: Die Krieger der verfeindeten Keden greifen an und vernichten, was ihr lieb und teuer war. Rache ist alles, was Adi noch bleibt. In ihrer Verzweiflung begibt sie sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Letzten Kreis, der angeblich nicht nur altes Wissen hortet, sondern auch alte Waffen.
Zeitgleich droht in einer der Ruinenstädte im Süden eine alte Macht, sich wieder zu erheben. Der Städter Dunis sieht sich und seine Familie mit wachsender Gefahr konfrontiert, weil eine Gruppe aus Fanatikern alles daransetzt, dass die Maschinen wiederauferstehen. Das dürfen sie nicht zulassen – denn der Erfolg der Maschinisten könnte einen neuen Untergang bedeuten …
Meine Meinung:
Ich kann zu diesem Buch nichts anderes sagen, als dass es meinen Geschmack absolut getroffen hat. Obwohl ich kein allzu großer Fan vom Cover bin, konnte mich die Geschichte ab ihrer ersten Seite restlos fesseln und die knapp 600 Seiten haben sich innerhalb kürzester Zeit wie von selbst gelesen. Erzählt wird die Geschichte zunächst aus zwei, wenig später dann aus insgesamt drei Perspektiven. Es handelt sich um eine Dystopie, die 267 Jahre nach unserem aktuellen Zeitalter spielt. Sämtliche Technik wurde ausgelöscht und die Menschen leben wieder primitiv. Hier lernen wir zwei unserer drei Protagonisten im Kindsalter kennen: Adi und Dunis. Beide repräsentieren verschiedene Handlungsstränge, verschiedene Gemeinschaften und Lebensweisen. Gleichermaßen erfährt man aus deren Leben, parallel zueinander und ohne Berührungspunkte. Hier möchte ich meine einzige Kritik anbringen. Gleich zu Beginn prasselt eine Vielzahl an Nebencharakteren, Konstellationen und Namen auf den Lesenden ein. Ich persönlich hatte damit wirklich zu kämpfen und habe leider vergleichsweise lange gebraucht, um richtig in der Geschichte ankommen zu können. Aber sobald diese Hürde überwunden war, konnte ich dem angenehmen Lesefluss entspannt folgen. Obgleich das Leben der Clans und Städter hart, aber friedlich abläuft, haben beide Gruppen mit Bedrohungen zu kämpfen. Sobald der Frieden beider gestört wird, beginnt die Geschichte. Hier erleben wir sowohl einen Zeitsprung, als auch die Einführung eines neuen Protagonisten, einer neuen Perspektive. Man lernt durch die wechselnden Sichtweisen jeden Charakter sehr intensiv kennen, jeder der drei hat andere Motivationen, ist anders aufgewachsen, kennt andere Sitten und moralische Werte. Ich habe sowohl die Charaktere als Individuen, als auch als unfreiwillige Einheit sehr genossen. Es macht einfach Spaß, diese Gruppe zu begleiten. Die Autorin schafft es nicht nur die 600 Seiten sehr kurzweilig, durchgängig unterhaltsam und spannend zu gestalten. Sie baut auch ein Element ein, das für mich persönlich sehr heraussticht und dieses Buch für mich so besonders gemacht hat: Humor. Trotz der Ernsthaftigkeit beinahe jeder Situation hatte ich so oft ein Schmunzeln auf den Lippen. Die Charaktere sind mir durch ihre Art enorm ans Herz gewachsen und ich war einfach richtig gerne ein Teil dieser Geschichte. Auch das Worldbuilding und der inhaltliche rote Faden des Buches sind ausschließlich positiv hervorzuheben. Einerseits handelt es sich um eine Welt, die wir entfernt kennen könnten, andererseits fehlt etwas – für uns heutzutage – ganze Entscheidendes. Man fühlt sich in dieser Welt fremd, aber irgendwie auch nicht. Ich mochte die Emotionen, die ich beim Lesen gefühlt habe, sehr gerne. Und auch wenn ich vieles in diesem Buch als sehr positiv und schön bespreche, ist dennoch zu erwähnen, dass Anne Schröer durchaus auch zu roher Gewalt, Blut, barbarischen Kämpfen und dem Tod als Stilmittel greift. Es wird angenehm düster an den richtigen Stellen. „Der letzte Kreis“ ist für mich eine rundum gelungene Dystopie, die Lust auf die Fortsetzung macht.
Bewertung:
Ich wurde von diesem Buch ausnahmslos positiv überrascht. Für mich hat Autorin Anne Schröer hier alles richtig gemacht. Sie hat großartige, vielschichtige und einzigartige Charaktere geschaffen – eventuell nicht ausschließlich menschlich. Sie hat das für mich wesentlichste Element von Beginn bis Ende aufbauen und bedienen können: Nahbarkeit. Die Geschichte war logisch, spannend, die Cliffhanger gut platziert und ein angenehmer Humor schwebte in den düsteren Momenten zwischen den Zeilen. Ich freue mich wirklich enorm auf die Fortsetzung.