Bente Mott: Silver Blood – Band 1: Vergessen

[Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar]

Über das Buch:

Inhalt:

Vida besitzt besonderes Blut. Es ist silbern und macht sie zu einer besonders begehrten Quelle der Macht. Jedoch erfährt sie davon erst, als ihr Meister und waschechter Vampir ermordet und sie zu seinem letzten Schüler geschickt wird: Avalon. Dieser ist ebenfalls ein Wesen der Nacht, jedoch ist das auch schon alles, was der Bluttrinker mit ihrem letzten Meister gemeinsam hat. Der Vampir lebt als vogelfreier weitab von den Gesetzen des Zwielichts, den Wächtern der Grenze zwischen dieser und der anderen Welt und zu denen sich all jene Wesen zählen, deren Existenz von dem Überleben der menschlichen Rasse abhängig ist. Vida muss sich entscheiden, ob sie mit dem schrecklichen Vampir den Bund des Blutes eingehen will oder ihre Erinnerung verliert und in die Welt der Menschen zurückkehrt. Doch nur mit einem Platz an der Seite eines Vampirs hat sie die Macht, die Mörder ihres geliebten Meisters aufzuspüren.

Meine Meinung:

Ehrlicherweise bin ich kein großer Fan vom Cover. Für mich lädt es wenig zum Lesen ein, da es so gut wie nichts über den Inhalt preisgibt oder die eigene Fantasie in diese Richtung beflügelt. Dennoch empfand ich den Klappentext als äußerst ansprechend. Vampir-Geschichten gibt es wie Sand am Meer, aber diese sticht durch ihren beschriebenen Inhalt heraus und hat daher mein Interesse geweckt. Und tatsächlich hat sich bereits nach ein paar Seiten bei mir ein unglaublich intensives Gefühl der Nostalgie eingeschlichen. Ich kann es nicht genau begründen, aber das Eintauchen in die Geschichte und auch das Zusammenspiel der Charaktere zu Beginn fühlte sich für mich direkt vertraut an. Ich hatte so ein Gefühl wirklich lange nicht und habe mich – ohne es großartig begründen zu können – direkt in die Geschichte verliebt. Das Konzept Vampir-Schülerin und Meister hat mir gut gefallen und auch die anfängliche Dynamik zwischen Vida und Avalon hat wirklich Potential. Hier und da haben mir die Dialoge ein wenig zu plump gewirkt. Jedoch entwickelt sich der Schreibstil mit vorangehender Geschichte auch weiter und schafft es während des Verlaufs mehr und mehr, Gefühle zu transportieren, eindringlicher zu wirken und die anfängliche Oberflächlichkeit abzulösen. Was mich persönlich etwas gestört hat, ist die mangelnde optische Beschreibung der Protagonisten. Hin und wieder wird von Avalons längerem Haar gesprochen, allerdings konnte sich weder zu Vida, noch zu Avalon in meinem Kopf ein eindeutiges, klares Bild zusammensetzen. Neben Vampiren bringt die Autorin auch eine Vielzahl anderer Fantasy-Wesen ins Spiel. Dabei habe ich ein klein wenig das Gefühl bekommen, dass sich an dem Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ bedient wurde. Die Atmosphäre und Figurengestaltung wirkten an einer Stelle besonders ähnlich. Da der Film eine riesige Kindheitsliebe von mir ist, ging mir da natürlich direkt das Herz auf. Aber auch andere Wesen des Zwielichts zeigen die Kreativität und das Ideenreichtum von Bente Mott auf. Das inhaltliche Zusammenspiel wirkt insgesamt rund. Hier und da entspricht die Geschichte eher einer sehr langen Einführung. Der Haupthandlungsstrang – nämlich der Mord an Vidas ehemaligen Meister Irvin – wird eher sporadisch bedient. Vielmehr taucht man als Leser intensiv in die von der Autorin geschaffene Welt ein, ohne dass man ein durchweg konstantes Fortschreiten in der inhaltlichen Entwicklung feststellen kann. Dennoch kam für mich keine Langweile auf, da die gesamtheitliche Gestaltung sehr fesselnd wirkt.

Bewertung:

Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und hoffe dass es da zur intensiveren Befassung mit dem Mord an Meister Irvin und in diesem Zusammenhang mit der Rolle von Vida im Gesamtkonstrukt der Vampir-Welt kommt. Obwohl ich die vielen Nebenschauplätze wirklich gut platziert und spannend fand, fehlte mir hin und wieder etwas Struktur. Sehr gut gelungen ist die dargestellte Beziehung zwischen Vida und ihrem neuen Meister Avalon. In der Fortsetzung kann man hier wahrscheinlich auch mit einer romantischen Ebene rechnen, denn bereits in Band 1 gab es dezente Momente und ein unterschwelliges Slow-Burn-Verhältnis. Insgesamt ein unterhaltsamer, fesselnder Start in die Trilogie.

Schreibstil: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Geschichte: 4,5/5
Spannung/Atmosphäre: 4/5
Überraschungen/Wendungen: 3/5

Bewertung: 4 von 5.