
Über das Buch:
Autorin: Clarissa Kühnberger
Titel: Mutterasche
Herausgeber: epubli; 2. Edition (31. Oktober 2024)
Genre: Horror
ISBN: 978-3818707507
Preis: 12,99 €

Inhalt:
Als Gailles Mann Matt seinen Job verliert, ziehen sie mit den beiden Töchtern nach Tratwood. Das malerische Städtchen und das sanierte Haus scheinen die perfekte Zuflucht für die kleine Familie zu sein. Doch schon bald häufen sich seltsame Vorkommnisse: Ein Herdbrand ohne erkennbare Ursache, merkwürdige Aschehaufen auf dem Dachboden und das Geräusch von knisterndem Feuer, welches Gaille um den Schlaf bringt.
Matt tut die Sorgen seiner Frau ab, doch als ihre Tochter Cara beginnt, von einer Frau aus Asche zu reden, stellt Gaille Nachforschungen an – und findet sich schon bald in einem Albtraum aus Flammen und Rauch wieder. Gaille erkennt, dass ihr Leben unweigerlich mit dem Schicksal einer anderen Mutter verbunden und alles, was sie zu wissen scheint, eine Lüge ist.
Meine Meinung:
Vorweg: Ich bin absolut verliebt in diese Geschichte. Mit knapp 240 Seiten ist sie zwar recht kurz, aber dennoch inhaltlich großartig ausgearbeitet. Die Charaktere sind stark reduziert, jedoch bekommen wir trotzdem einen tiefen Einblick in deren Charakteristik. Wir lernen die kleine vierköpfige Familie, bestehend aus Gaille, ihrem Mann Matt und den beiden Töchtern Cara und Zoe, kennen. Um sie herum ist die Geschichte aufgebaut. Die Familie wagt einen Neuanfang und bezieht dafür in einer Kleinstadt ein saniertes Häuschen. Ich kann sagen, dass Matt mir direkt ein Dorn im Auge war. So wie Clarissa ihn in ihrem Buch darstellt, hat er sofort mein Blut zum Kochen gebracht. Aber noch mehr war ich genervt darüber, dass Gaille ein solches Verhalten über sich ergehen lässt. Dennoch hat die Autorin mit ihren Schilderungen genau das geschafft, was es für diese Geschichte braucht: emotionales Verhalten den Figuren gegenüber. Die Horror-Elemente sind eher subtil eingebaut und lassen auf eine übernatürliche Erscheinung schließen. Allesamt sind sie auf eine Weise mit dem Element Feuer verbunden. Hier kommen die üblichen Effekte zum Einsatz – plötzlich und unerklärlich ausbrechende Brände, auftauchende Aschereste, das Knistern eines Feuers in der Nacht. Dennoch wirkt nichts davon plump oder abgedroschen. Die einzige Kritik die ich damit einhergehend anbringen kann, ist die Atmosphäre. Natürlich gibt es viele Momente, die durch unerklärliche, gänsehautbringende Ereignisse atmosphärisch verstärkt werden. Dennoch hätte ich mir für einen Horror-Roman hier und da gerne noch tiefer gehende Schilderungen in den bedrohlichen Situationen gewünscht. Ich persönlich hatte recht schnell das Gefühl einer Entschärfung bezüglich der Gefahr, sodass ich problemlos das Licht hätte ausschalten können. Ein wenig mehr Tiefe in diesen Szenen hätte das Grauen für mich verstärkt. Ab einem gewissen Zeitpunkt in der Geschichte lässt sich ein Grund hinter dem Spuk vermuten, der sich dann für mich auch bewahrheitet hat. Allerdings gibt es auf dem Weg dort hin eine Wendung, die völlig überraschend daherkam. Für mich stand nicht der Grusel des Hauses an sich im Vordergrund, sonder eher der Horror der menschlichen Abgründe. Beides geht hier Hand in Hand und funktioniert als Symbiose bis zum Schluss ausgezeichnet.
Bewertung:
Alles an dieser Geschichte ist absolut rund. Der Aufbau ist logisch, die Charaktere greifbar und der Plot zieht sich wie ein sauberer roter Faden durch das Buch. Atmosphärisch hätte ich gut und gerne mehr Bedrohung und Grauen verspürt. Dennoch ist die Geschichte spannend und packend, um sie in einem Rutsch zu lesen. Die Autorin bringt teilweise einzigartige Ideen in diesem Buch unter und verknüpft diese zu einem unterhaltsamen Gesamtbild.
Geschichte: 5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Spannung/Atmosphäre: 3,5/5
Überraschungen/Wendungen: 4,5/5
Gesamtbewertung: 4,5/5