David Gray: Instinct – Der Tod in den Wäldern

Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar

Über das Buch:

Inhalt:

Europa in 100 Jahren: Um den Klimawandel aufzuhalten, haben sich die Menschen in hypermoderne Metropolen zurückgezogen und das Land dazwischen zu gigantischen Naturreservaten erklärt. Elena ist Wildhüterin in einer abgelegenen Überwachungsstation mitten in dieser Wildnis. Als sie seltsame Spuren entdeckt, glaubt sie zunächst an Wilderer. Könnten diese hinter dem mysteriösen Verschwinden ihres Vorgängers stecken? Als Elena Nachforschungen anstellt, hat dies verheerende Folgen. Eine unbarmherzige Jagd beginnt, denn die Wahrheit ist ebenso schockierend wie tödlich …

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt zeitlich etwa 100 Jahre in der Zukunft ab. Der Klimawandel soll aufgehalten werden, weshalb die Menschen die Welt in zwei wesentliche Bereiche unterteilt haben. Es gibt Metropolen, in denen Lebensraum geschaffen wurde und reine Naturreservate, deren Fortbestehen es zu schützen gilt. Protagonistin Elena arbeitet in einem solchen als Führungsposition. Auf dieser Stelle hat sie es gewissermaßen nicht leicht. Ihr Vorgänger, Ulf Thomsen, verschwand auf mysteriöse Weise. Elenas Feldhüter-Kollegen sind allesamt Männer und einer davon war auch noch recht gut mit dem Verschwundenen befreundet. Der Autor macht in diesem Zusammenhang vor allem ein Thema oftmals zum Mittelpunkt: Sexismus. Damit hatte er mich eigentlich schon, denn mich persönlich beschäftigt dieses Thema sehr. Es werden zwar gewisse Klischees bedient, aber damit geht der Autor – im Rahmen fiktionaler Möglichkeiten – angenehm kritisch um. Zugegeben, hatte ich anfangs wirklich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden. In einer dystopischen Welt dürfen natürlich auch technische Neuerungen nicht fehlen. An diesen hat der Autor wahrlich nicht gespart. Dadurch muss man sich mit einer Vielzahl unbekannter Begriffe auseinandersetzen, die nur teilweise erklärt werden. Aber ab einer gewissen Stelle hatte ich mich recht gut in dieser Geschichte eingefunden und somit auch mit dem anspruchsvollen Schreibstil kein Problem mehr. Im Gegenteil, hat mich sich erst einmal daran gewöhnt, wird einem bewusst, wie unglaublich recherchiert und detailliert alles ist. Die Charaktere sind zahlenmäßig überschaubar. Elena und Alexander werden umfassender beschrieben als ihre Kollegen Hassan und James Herbert. Die beiden Protagonisten sind gewissermaßen unterschwellige Gegenspieler und bringen zusätzlich zur angespannten beruflichen Situation noch persönliche Diskrepanzen in die Geschichte mit ein. Die Haupthandlung selbst konnte mich nur bedingt überraschen, da ich etwas in die Richtung vermutet habe. Generell fehlte es mir etwas an fesselnden Momenten, Spannung war eher unterschwellig vorhanden und wurde eher durch ein Gefühl subtiler Bedrohung abgelöst. Das Ende fand ich richtig gut. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es den Geschmack einiger Leser überhaupt nicht trifft, mich hingegen konnte es absolut überzeugen. Ich mochte die Idee dahinter und habe mich innerlich tatsächlich hämisch gefreut. Wie schon erwähnt, hat es mir ein bestimmtes Thema angetan.

Bewertung:

Ich hatte anfänglich Probleme in die Geschichte zu kommen und bin dementsprechend mit sehr langsamen Lesetempo vorangekommen. Irgendwann hat sich dieser Knoten gelöst und die Seiten hatten eine fesselnde Wirkung auf mich. Obwohl die bedrohliche Situation, die sich mittendrin herauskristallisiert hat, nicht allzu überraschend war, kann man eine gewisse Spannung nicht abstreiten. Beim Lesen sollte man wirklich konzentriert sein, da eine Vielzahl unbekannter Wörter verwendet werden. Also dieses Buch ist nichts für Nebenbei. Ich mochte die Ausgangssituation und deren Auflösung unglaublich gerne, kann aber auch gegenteilige Meinungen dazu absolut nachvollziehen. Trotzdem würde ich das Buch gerne empfehlen, weil es insgesamt super unterhaltsam war.

Schreibstil: 4/5
Geschichte: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Spannung/Atmosphäre: 3,5/5
Überraschungen/Wendungen: 2,5/5

Bewertung: 4 von 5.