Eric C. Higgs: The Happy Man

Über das Buch:

Autor: Eric C. Higgs
Titel: The Happy Man
Originaltitel: The Happy Man
Verlag: Festa Verlag
Festa Pulp Legends
Genre: Horror
ISBN: Vorzugsausgabe ohne ISBN
Preis: 34,99€

Inhalt:

Zwei volle Tage lang verwesten die Marshes in ihrem Haus vor sich hin, bevor sie von einem Auslieferungsfahrer von Sparkletts gefunden wurden.
Charles Ripley lebt mit seiner hübschen Frau in einem schicken Vorort von San Diego. Doch erst als Ruskin Marsh nebenan einzieht, wird Ripley klar, wie leidenschaftslos sein Leben wirklich verläuft. Marsh ist so überragend lebendig, dass Ripley sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen fühlt.
Doch ihre Freundschaft führt in die Finsternis: Frauen verschwinden, Ehen enden brutal, und grausam verstümmelte Leichen werden gefunden. Ripley gerät in einen sich beschleunigenden Strudel aus Sex, Drogen, Gewalt und unvorstellbaren Riten – und beginnt, die Schönheit des Lebens zu sehen.

Meine Meinung:

Das Cover alleine macht schon Lust auf mehr und lässt ein wenig durchblicken, in welche Richtung man bei dieser Geschichte denken darf. Der Einstieg erfolgt über das Ende. Man schaut in die Zukunft und den Ausgang der Story. Jedoch wird nicht zu viel verraten – wir erfahren in groben Zügen, was passieren wird. Der Weg dahin und diverse Details bleiben jedoch verborgen, sodass die Geschichte nicht überflüssig erscheint. Grundsätzlich würde ich nicht sagen, dass sich hier rasante Handlungsstränge aneinanderreihen und die Seiten durch schnelle, ereignisreiche Geschehnisse flüssig vorangetrieben werden. Man „dümpelt“ durch die Geschichte und relativ lange passieren die Dinge in überschaubaren Rahmen. Das soll aber nicht heißen, dass das Buch dadurch an Spannung verliert oder recht schnell Langeweile aufkommt. Dieses Buch umgibt eine düstere, bedrohliche Atmosphäre. Man wird verfolgt von einem unguten Gefühl. Augenscheinlich banale Dinge bekommen einen bitteren Beigeschmack, man kann diesen aber noch nicht richtig einordnen. Irgendwann häufen sich diese Banalitäten und entwickeln sich zu grotesken Abläufen, die gleichzeitig faszinierend und schockierend auf den Leser wirken. Man möchte mehr von diesem Gefühl aber im selben Atemzug hat man Angst, worauf das noch hinauslaufen soll.
Ich finde dieses Buch absolut gelungen. Es spielt mit dem Leser, gleichzeitig auch mit dem Protagonisten. Er beginnt, an seinem Leben – in meinen Augen durchaus erfolgreich und erfüllt – in hohem Maße zu zweifeln und gelingt so in einen unüberwindbaren Drang, seine künstlich herbeigeführten Bedürfnisse nach Mehr, zu stillen. Dabei verliert er sich selbst und sämtliche Bezüge zur Realität. Der Ausgang dessen war für mich überraschend und vorhersehbar zugleich, aber jedes andere Ende hätte ich wohl nicht akzeptiert.

Bewertung:

Eine faszinierende, intensive Geschichte. Man reflektiert sich selbst, die Gedanken bei dem eigenen Glück liegend. Der Schreibstil, die Wortwahl und die Atmosphäre wirkten für mich sehr bodenständig und realitätsnah. Für mich durchaus passend zu der unterschwelligen, nur hintergründig vorhandenen Spannung, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zog. Hier wurde nicht auf reißende Cliffhanger und übertriebene Geschwindigkeit gesetzt. Das Buch ist deswegen so nahbar, weil es auf den Leser so alltäglich wirkt. Genau das macht den Reiz der Geschichte aus: Man fühlt sich, als könne es einem ebenso ergehen, wenn man beginnt, das eigene Leben zu hinterfragen und dann die Hand eines vermeintlichen Freundes gereicht bekommt. Und dann stellt sich die goldene Frage: Ist eines Anderen Definition von Glück, auch meine eigene?

Schreibstil: 5/5
Geschichte: 5/5
Spannung: 4/5
Charaktere: 5/5
Überraschungen/Wendungen: 3/5

Gesamtbewertung: 4,4/5


• Die Coverrechte obliegen ausschließlich dem Festa Verlag. •