Freida McFadden: Der Freund

Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar

Über das Buch:

Inhalt:

Sydney Shaw hatte immer Pech mit ihren Dates. Bis sie Tom traf. Tom scheint perfekt: Er ist charmant, attraktiv und arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus. Dann erschüttert der brutale Mord an einer Frau die Stadt. Die Polizei tippt auf einen Serientäter, der sich mit seinen Opfern zu einem Date verabredet, bevor er zuschlägt. Sydney sollte sich sicher fühlen. Schließlich hat sie Tom. Warum hat sie nur das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt? Jemand beobachtet sie auf Schritt und Tritt. Sie muss der Wahrheit schnell auf die Spur kommen – sonst könnte sie das nächste Opfer sein …

Meine Meinung:

Dieses Buch war meine zweite Chance an Freida McFadden. Sie ist bekannt und wird gefeiert für ihr vergleichsweise ruhiges Erzähltempo. Ihre Thriller würde man nicht der Rubrik „rasante Spannung“ zuordnen. So ist es auch bei dieser Geschichte der Fall. Erzählt wird das Ganze mittels zweier Perspektiven. Die Gegenwart wird dabei von Sydney bedient, während die Vergangenheit von Tom wiedergegeben wird. In der Gegenwart gibt es mehr oder weniger recht unspektakuläre Erzählungen über das New Yorker Datingleben. Hier sind manche Schilderungen schon recht gruselig, aber das ist eher den Männern geschuldet, die Sydney datet. Ansonsten trifft sie sich mit ihren zwei engsten Freundinnen und seziert ihre Erfahrungen. Und apropos sezieren: die Schilderungen der Vergangenheit, aus der Perspektive von Tom, haben bei mir spannungstechnisch wesentlich mehr Anklang gefunden. Seine Geschichte liegt ein paar Jahre zurück und beleuchtet sein Highschool-Leben. Hier häufen sich tote Mitschülerinnen, suspekte Bekanntschaften und das verwirrende Gefühlsleben eines Teenagers. Hier geschieht auf den ersten Blick mehr, das beinahe zu tatsächlicher Spannung führen könnte – aber auch nur fast. Generell sind die Schilderungen sehr nüchtern und erzeugten bei mir zumindest eine gewisse Gleichgültigkeit, statt zum an den Nägeln kauenden Nervenkitzel. Dennoch ist der Schreibstil so einfach, dass man gut innerhalb der Geschichte voran kommt und der Inhalt macht durchweg einen soliden Eindruck. Man bleibt dran und hofft das die Offensichtlichkeit der vermeintlichen Auflösung doch noch in einer unerwarteten, schockierenden Wendung endet. Hier kann ich sagen: Ja, tut sie. Dennoch war das insgesamt nicht ausreichend, um die knapp 400 Seiten des Buches mit einem Schlag bahnbrechend werden zu lassen. Was die Auflösung angeht, habe ich mich wirklich siegessicher gefühlt und habe demnach auch den Twist im Twist nicht kommen sehen. An der Stelle: Gut gemacht, Frau McFadden. Dennoch werden sie und ich keine Freunde mehr, denn eine einzige gute Stelle ist mir für einen angepriesenen Thriller einfach zu wenig.

Bewertung:

Das Buch lebt von Schilderungen, Alltagsmomenten und Gesprächen. Mir persönlich hat es an Aufregung, Spannung und Nervenkitzel gefehlt. Auch wenn der Plottwist wirklich richtig gut und unerwartet daherkam, hat das Buch mich eher nebenbei unterhalten, als meine Gedanken aktiv zu verschlingen. Ein weiterer Pluspunkt war für mich der beinahe schon entspannte Schreibstil. Man hat mit keinerlei künstlerischen Ausschweifungen zu rechnen und bewegt sich dabei – wie für mich absolut deckungsgleich mit dem Inhalt – in einem neutralen und soliden Bereich. Mir persönlich sind die vielen eingebauten Momente des Banalen für eine Buch des Genre Thriller unpassend und zu entschleunigend. Freida McFadden eignet sich wahrscheinlich hervorragend für Thriller-Einsteiger und Bevorzuger ruhiger Geschichten, aber mir ist das nicht ausreichend. Daher kann ich nach meinem zweiten Versuch mit der Autorin getrost für mich feststellen, dass ich bei ihren Geschichten nichts verpasse.

Schreibstil: 3,5/5
Geschichte: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Spannung/Atmosphäre: 2/5
Überraschungen/Wendungen: 2,5/5

Gesamtbewertung: 2,7/5

Bewertung: 2.5 von 5.