
Über das Buch:
Autorin: Isabelle Herzog
Titel: Bookish Fame
Herausgeber: Isabelle Herzog (Nova MD)
Genre: New Adult
ISBN: 978-3690285124
Preis: 18,99 €

Inhalt:
Du bist hier, weil du Skandale liebst, nicht wahr? Weil du sehen willst, wie tief ein Mensch fällt, bevor er wieder aufsteht. Und du nicht wegschauen kannst, wenn Wahrheit und Lüge sich so heftig ineinander verkeilen, dass niemand mehr erkennt, wo das eine endet und das andere beginnt. Also komm näher. Das hier wird dir gefallen.
Vivian feiert ihren großen Durchbruch und verliert im selben Atemzug etwas, das sie für unerschütterlich gehalten hat. Richard bekennt sich zu einer Wahrheit, die niemals ans Licht kommen sollte. Blair, die einmal glorreich fiel, erhebt sich zu einer Gegnerin, die keinen Krieg mehr scheut. Und Lio, der nach Liebe sucht, landet in der düstersten Version seiner selbst.
Du wirst wieder mitlesen. Du wirst urteilen. Du wirst Partei ergreifen, obwohl du weißt, wie gefährlich das ist. Und vielleicht wirst du irgendwann merken, dass du es genießt, Zeuge zu sein, während andere brennen. Bleib ruhig, Darling. Für diese Art von Spiel braucht es Zuschauer wie dich.
Meine Meinung:
Das Buch ist Band 2 einer Trilogie und sollte auch unbedingt in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen werden. Im ersten Teil hatte ich einige Kritikpunkte hinsichtlich des Inhaltes und der Charaktergestaltung. Mir war die Geschichte leider stellenweise zu flach, nicht dynamisch genug und ich hatte oft das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen. Auf „Bookish Fame“ lässt sich meine erste Meinung nicht übertragen. Nachdem ich Band 1 gelesen hatte, habe ich mich mit der toxischen Buchwelt – und vor allem den Ereignissen hinter den Kulissen, soweit man sie mitbekommt – etwas mehr befasst. Ich muss zugeben, dass auch ich leider ein Mensch bin, der sich von Dramen schnell mitreißen lässt (also eine Perspektive dieses Buches ist leider fast perfekt auf mich zugeschnitten). Sobald man ein bisschen mehr versteht, um was es der Autorin wirklich geht, fesselt diese Geschichte viel mehr. Unabhängig davon, dass die Fortsetzung für mich mehr Substanz hatte, nahbarer auf mich gewirkt hat und insgesamt besser ausgearbeitet war. Es werden Intrigen gesponnen, es wird gelogen, manipuliert, gespielt. Auch dieses Buch ist wieder in fünf Perspektiven aufgeteilt, die nacheinander bedient werden. Die Perspektiven sind dabei gleich geblieben. Für mich hat sich dabei nicht geändert, dass die, den Bloggenden, anonymen Internetgesichern und Voyeuren der Buchwelt vorbehaltene, Perspektive meine Liebste war. Es ist nach wie vor erschreckend, wie sehr man sich in gewissen Wortlauten, Posts oder Kommentaren wiederfindet. Wie schnell man Parallelen zu seinem eigenen Internetauftritt findet und feststellt, dass man in gewissen Situationen vielleicht passiv schon einmal ähnlich bewertet hat. Dieses Buch liest sich wie feinstes, bitterböses Trash TV. Die Dramatik dabei besteht darin, dass dieses Buch nicht ausschließlich von fiktiven Erfahrungen zu leben scheint. Ein sehr gelungenes Element der Autorin sind stellenweise Fußnoten, die bestimmte reale Personen adressieren. Diese Entscheidung ist ziemlich clever, denn sie hat meine Neugier noch mehr geweckt und Grübeleien, über die fiktive Geschichte hinaus, in meinem Kopf in Gang gesetzt. Die Charaktere, die diese Geschichte transportieren, konnte ich im ersten Band weder großartig leiden, noch eine Bindung zu ihnen aufbauen. In der Fortsetzung geht Isabelle Herzog tiefer. Sie arbeitet die einzelnen Figuren viel mehr aus. Das Leben der Vier findet nicht mehr innerhalb einer geschlossenen Kulisse und in einem Kampf um den Literaturpreis statt. Es geht in diesem Buch um Leben, um Existenzen, Karrieren und Gefühle. Es geht um Außenwirkung, Stellung, Selbstzweifel und Macht. Der Autorin ist es in diesem Buch so viel besser gelungen, mich an den Inhalt zu binden. Es wird dreckiger, intriganter und manipulativer. Der Unterschied besteht nur darin, dass ich jetzt einen Bezug zu den Charakteren aufbauen konnte und mich deren Schicksale wirklich interessiert haben. Das Ende des Buches bietet darüber hinaus einen nicht unerheblichen Cliffhanger auf den weiteren Verlauf und hat damit in mir definitiv große Lust aufs Weiterlesen geweckt. Nach Beendigung dieses Buches kann ich einfach sagen, dass ich in der Geschichte angekommen bin.
Bewertung:
Und genau damit lässt sich meine Bewertung bestens zusammenfassen: Ich bin im Buch angekommen. Während Band 1 unterhaltsam war, mir persönlich dabei jedoch zu distanziert wirkte, kann ich hier einen vollumfänglichen Einstieg in diese Geschichte verzeichnen. Ich habe wirklich wenig zu kritisieren. Der Sprachgebrauch und die Gestaltung der Sätze ist stellenweise wieder sehr poetisch und durchweg gehoben. Inhaltlich hat die Fortsetzung für mich einen enormen Sprung gemacht und auch die Betrachtung der Charaktere lässt mich differenzierter und emotionaler empfinden. Ich freue mich wirklich auf die Fortsetzung, denn die zum Schluss herrschende Dynamik hat viel Platz für weitere Dramen, unerwartete Entwicklungen und machthungrige Kämpfe eröffnet.