Jessy D. Sera: Gabriel – Erkenntnis

Gekennzeichnet als Rezensionsexemlar

Über das Buch:

Autorin: Jessy D. Sera
Titel: Gabriel – Erkenntnis
Herausgeber: BoD – Books on Demand
Genre: Vampir Dark Romance
ISBN: ‎ 978-3754344156
Preis: 18,99 €

Inhalt:

„Ich kam nicht gegen die Sehnsucht an. In den vergangenen Tagen hatte ich es versucht – wieder und wieder. Aber ohne sie fehlte das Licht in meiner Seele.“
Gabriel weiß nicht mehr, wem er vertrauen kann und was er will. Er muss begreifen, dass sein früheres Leben unwiderruflich vorbei ist.
„Ich kämpfe, weil ich an mein Wort gebunden bin. Dabei will ich hier nur heil rauskommen und mit meinen Männern einen neuen Lebensabschnitt beginnen.“ Tira taucht mit Gabriel in die Welt der Vampire ein. Sie und Zenzi kämpfen um das Vertrauen ihres Partners genau wie um ihre Sicherheit und eine gemeinsame Zukunft. Doch ein uralter Vampir hat eigene Pläne.

Meine Meinung:

Der finale Band um Tira, Zenzi und Gabriel. Die Szenerie ändert sich. Die drei Liebenden verschlägt es gezwungenermaßen, aufgrund vorangegangener Ereignisse, in ein Vampirnest. Der Großteil der Geschichte spielt sich innerhalb des neuen Settings ab. Hier beweist die Autorin erneut, wie viel Fantasie ihrem Stift entspringt. Die Hierarchie, das Zusammenleben und das System sind eindringlich geschildert und werden dem Leser durchdacht präsentiert. Dabei bekommt man eine bisher noch ungekannte Art des Zusammenlebens zwischen Mensch und Vampir dargeboten. Ein einvernehmliches Verpflichten als sogenannter Blutsklave offenbart betroffenen Menschen die Spezies der Vampire und ermöglicht ein Dasein beinahe symbiotischer Art. Hatte man bisher das Gefühl, dass sich das Leben unserer drei Protagonisten innerhalb einer Blase abspielt, bewirkt dieser Blickwinkel, dass eine Vielzahl neuer Faktoren in die Beziehung einfließen. Allerdings sind die Bedrohungen, die den zweiten Band der Reihe enden lassen, nach wie vor präsent und steigern sich sogar noch in ihrer Intensität und Gefährlichkeit. Damit offenbart sich recht schnell, worauf dieses Finale hinauslaufen soll: auf eine Zerstörung der Jägerzelle und die Rettung der Vampire. Obwohl die Geschichte an Fahrt aufnimmt und neben steigender Spannung auch mehr Brutalität vorweisen kann, vergisst die Autorin das Element der BDSM-Sessions nicht. Denn obgleich diese notwendig sind oder nicht, sie sind es, auf denen das Vertrauen und die Beziehung von Tira, Zenzi und Gabriel fußt. Nachdem man bereits zwei Bände, gefüllt mit derartigen Inhalten hinter sich gelassen hat, könnte man meinen, diesbezüglich nicht mehr überrascht zu werden. Jessy D. Sera hat aber mit den beiden Vorgängern noch längst nicht ihr ganzes Pulver verschossen und schafft es im letzten Buch erneut, die BDSM-Szenen flüssig und wie ein passendes Puzzleteil an den dafür vorgesehenen Stellen einfließen zu lassen. Grundsätzlich gefiel mir der Aufbau diesen Buches am besten. Man entfernt sich gänzlich von der heilen Welt, die Tira und Zenzi um Gabriel erschaffen haben. Er ist endlich an dem Punkt der Wahrheit angekommen und muss dieser unbeschönigt ins Auge blicken. Das Zusammenleben mit anderen Vampiren und Menschen gleichermaßen ist ein Setting, in dem ich mich als Leser wohlgefühlt und gerne bewegt habe. Mit einer finalen Entscheidung hat mich die Autorin tatsächlich stark überrascht. Wahrscheinlich weil ein anderer Ausgang offensichtlich gewesen wäre und von mir wie selbstverständlich erwartet wurde. Allerdings bleibt somit auch die Möglichkeit einer Fortsetzung bestehen, weshalb ich die Entscheidung eines solchen Endes nachvollziehen kann. Darüber hinaus wirkt das Ende unter der Prämisse des alternativen Ausgangs auch nicht misslungen oder unbefriedigend. Jessy D. Sera lässt sich ein Schlupfloch und unterstreicht gleichzeitig die Charakterzüge ihrer Figuren, indem sie die Beziehung der drei auf diese Art und Weise stehen lässt.

Bewertung:

Ich hatte tatsächlich mit dem letzten Band der Reihe große Startschwierigkeiten. Der Lesefluss wollte sich nicht so richtig einstellen, weshalb ich auch relativ lange für dieses Buch gebraucht habe. Eine Begründung gibt es dafür in meinen Augen nicht. Wahrscheinlich habe ich mich anfangs mit der Erweiterung der Charakter-Palette schwergetan, nachdem Zenzi, Tira und Gabriel lange Zeit ein eingeschworenes Dreiergespann waren, Das präsente hinzutreten von Kaeso wollte ich unterbewusst nicht sofort akzeptieren. Dennoch kann ich sagen, dass mir dieses Buch rein inhaltlich am besten gefallen hat, da die Autorin auch das Weltbild rund um die Vampire erweitert, indem sie uns detaillierten Einblick in eines der Vampirnester gibt. Nach wie vor bin ich begeistert von dem dort vorherrschenden System und derart viel authentischem Einfallsreichtum seitens der Autorin. Die Charaktere bleiben sich durch ihr Auftreten und ihre Handlungen treu und verstärken damit noch einmal das Bild, welches man sich bereits von ihnen machen durfte. Insgesamt ist der Abschluss absolut gelungen und die Trilogie in ihrer Gesamtheit etwas besonderes für mich. Das zwischen den drei Protagonisten vorherrschende Band an Vertrauen, Liebe und Zusammengehörigkeit überträgt sich mühelos auf den Leser und hinterlässt dabei ein wohlig, nostalgisches Gefühl. Ich hoffe wirklich, die Autorin plant weitere Geschichten rund um unser außergewöhnliches Trio.

Schreibstil: 5/5
Charaktere: 4/5
Geschichte: 5/5
Überraschungen/Wendungen: 4/5
Spannung/Atmosphäre: 5/5

Gesamtbewertung: 4,6/5

Bewertung: 5 von 5.