Jutta Maria Herrmann: Ich bringe den Tod

Über das Buch:

Autorin: Jutta Maria Herrmann
Titel: Ich bringe den Tod
Verlag: Independently published (2. Januar 2021)
Genre: Psychothriller
ISBN: 979-8589570991
Preis: 9,99€

Inhalt:

Ist mein Vater ein Mörder? Die Antwort darauf hat Ninas Mutter mit ins Grab genommen, doch Nina kann mit dieser Ungewissheit nicht leben. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und findet sich plötzlich in einem Albtraum wieder, aus dem es kein Entkommen gibt.
Zur gleichen Zeit macht Simon Jagd auf einen grausamen Mörder, auf dessen Liste er selbst ganz oben steht. Er glaubt, ihn zu kennen – ein Irrtum, für den er teuer bezahlen muss. Und nicht nur er …


Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte erfolgt ohne Umschweife und man fühlt sich ein wenig vor den Kopf gestoßen, weil sich die Worte fremd anfühlen und man nicht genau weiß, wie der Beginn zusammenhängt. Man kennt die Hintergründe nicht, die Beziehungen der einzelnen Personen zueinander sind undurchsichtig und der Täter verhöhnt mit seinen Worten, weil er mehr weiß als man selbst. Die Kapitel tragen die Namen der jeweils agierenden Personen und wenige Seiten aus deren Sicht treiben die Geschichte seitenweise voran. Die beiden Schicksale, die parallel zueinander ablaufen, werden von den Protagonisten Nina und Simon angeführt. Ich konnte leider mit Nina nicht richtig warm werden. Von ihr erfährt man sehr wenig und sie scheint generell eine eher untergeordnete Rolle zu spielen, was ihre Persönlichkeit angeht. Sie wird sehr intensiv mit ihrer Mutter verglichen und scheint sich als eigener Charakter kaum behaupten zu dürfen. Simon hingegen wird besser ausgearbeitet und wirkt sympathisch. Er hat ein paar Entscheidungen getroffen, die ihn egozentrisch erscheinen lassen, jedoch scheint er ein bodenständiger, normaler Mann zu sein, der in der Vergangenheit Fehler begangen hat und diese aufrichtig bereut. Zusammen mit seinen Jugendfreunden hat er etwas getan, das ihn bis in die Gegenwart verfolgt und ihm zum Verhängnis wird. Dennoch wirkte er manchmal unausgeschlafen und man bekommt das Gefühl, dass vieles hätte verhindert werden können, wenn er in manchen Situationen schneller reagiert und agiert hätte. Besonders interessant fand ich die Kapitel mit der Überschrift „Ich“, da hier aus der Sicht des Täters geschrieben wird. Ob es sich dabei um eine Frau oder einen Mann handelt, lässt sich aus dem Kontext der Worte erschließen, ebenso wie ein paar Eckdaten zu den Äußerlichkeiten. Außerdem erfährt man durch diese Kapitel grob, was uns auf den nächsten Seiten erwarten kann. Das hat jedoch der Spannung nicht geschadet, denn man kann einfach keinen Blick auf das große Ganze erhaschen. Es ist wirklich lange nicht offensichtlich, wohin diese Geschichte uns führen soll. Als Leser saugt man dadurch aufmerksam jedes Detail auf, in der Hoffnung den Täter vor den Protagonisten erkennen zu können. Hier und da wird man auf eine falsche Fährte geführt, die jedoch zu offensichtlich war, um den Tatsachen entsprechen zu können. Die Geschichte ist wirklich gut konstruiert und ich habe erst kurz vor dem Ende einen Verdacht gehabt, der sich dann auch recht schnell bestätigt hat. Dennoch mochte ich die Gestaltung der beiden unterschiedlichen Schicksale sehr gerne, da beide auf ihre Art grausam und schockierend sind und der Bezeichnung eines Psychothrillers sehr würdig. Das Ende ist absolut gelungen. Es ist halb offen und treibt die Spannung nochmal ein wenig in die Höhe. Es bleiben am Schluss keine Fragen offen und die Geschichte wird gut abgeschlossen, ohne dabei einen langweiligen Ausgang zu bekommen.

Bewertung:

Die einzigen Schwächen dieses Psychothrillers liegen in der Charaktergestaltung. Nina ist als Protagonistin zu dünn und Simon trifft nicht immer die Entscheidung, die für die Allgemeinheit am besten wäre, sondern eher die, die seine eigene Haut retten könnte. Dennoch wirkten alle Konstellationen in dieser Geschichte sehr stimmig. Spannung ist von Beginn an vorhanden, da man direkt in die Geschichte einsteigt und sofort Zeuge eines Mordes wird. Anfangs wirkte das verwirrend, weil man die Hintergründe nicht kennt, jedoch wird man als Leser nach und nach Teil der Geschichte. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sowie Gestaltung und helfen dadurch dabei, dass man sich einen besseren Überblick verschaffen kann. Die Auflösung ist nicht auf den ersten – und auch nicht auf den zweiten oder dritten – Blick ersichtlich. Dieser Aspekt macht den Psychothriller von Jutta Maria Herrmann zu einem wahren Pageturner, den ich gerne empfehle.

Schreibstil: 5/5
Charaktere: 3/5
Geschichte: 5/5
Spannung: 5/5
Überraschungen/Wendungen: 4/5

Gesamtbewertung: 4,4/5

Bewertung: 4 von 5.

• Die Coverrechte obliegen ausschließlich der Autorin. •

[Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar]