
Über das Buch:
Autorin: Kirsten Mahr
Titel: Ghost Seekers – Die Heimsuchung
Herausgeber: Independently published (15. Dezember 2024)
Genre: Thriller
ISBN: 979-8301985676
Preis: 13,98 €

Inhalt:
Clary und Eddie sind Geistersucher. Sie reisen zu gruseligen Orten und versuchen dort mit verlorenen Seelen in Kontakt zu treten. Auf ihrem YouTube-Kanal teilen sie ihre paranormalen Investigationen mit ihrer Community. Besonders für Clary steht dabei eines fest: Sie möchte sich und alle, die daran glauben wollen, von der Existenz von Geistern überzeugen.
Brooke sieht Dinge, die andere nicht sehen. Sie hört Stimmen, die andere nicht hören. Und sie riecht Gerüche, die andere nicht wahrnehmen. Sie kann damit umgehen. Bis zu dem Zeitpunkt, als ihr Freund Chris in ein altes Haus zieht. Denn das Haus heißt sie alles andere als willkommen …
Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Die für mich zunächst spannendere Perspektive ist die von Clary und Eddie. Das Geschwisterpaar betreibt in den sozialen Medien einen Kanal, auf dem sie sich in sogenannten Lost Places auf Geistersuche begeben. Einstiegs begleitet man die beiden bei verschiedenen Projekten, wobei diese Ausflüge ausführlich geschildert werden. Die hier kreierte Atmosphäre fand ich überragend. Die Erlebnisse der beiden werden detailliert dargestellt und wirken dabei in ihrer Ausführung so bedrohlich und düster, dass man sich sofort in den Ort des Geschehens hineinversetzt fühlt. Allein dieser Teil der Geschichte ist unglaublich einnehmend und packend. Auf der anderen Seite begleiten wir Brooke und ihren Freund Chris. Chris ist durch ein Erbe seiner Tante an ein riesiges, altes Herrenhaus gelangt. Zu Besuch bei ihrem Freund erlebt Brooke in diesem Haus Dinge, die sie ihres ruhigen Schlafes berauben. Zugegeben fand ich diese Perspektive gegenüber der anderen etwas weniger spannend. Teilweise waren die Ereignisse für mich zu typisch und damit nichts neues, wohingegen Clary und Eddie einen Platz in der Geschichte zugewiesen bekommen, über den ich persönlich bisher weniges in anderen Büchern gelesen habe. Obwohl die „Einleitung“ recht lang ist, bis sich beide Perspektiven kreuzen, hat das innerhalb der Geschichte nicht deplatziert oder als Lückenfüller gewirkt. Man kommt innerhalb weniger Seiten im Geschehen an und bekommt nicht das Gefühl von künstlichem Hinauszögern, damit Seiten gefüllt werden. Die Charaktergestaltung würde ich als authentisch, aber durchschnittlich beschreiben. Ich habe keines besonders starken Bezug zu ihnen herstellen können, allerdings hat mich keiner der Protagonisten genervt oder wurde auf eine unsympathische Weise gestaltet. Die fungieren als solide Träger der Geschichte, aber mehr habe ich in ihnen nicht gesehen. Um die Ereignisse plausibel zu gestalten, gibt es auch eine Erklärung in Form eines überlieferten Hintergrundes. Ich bin immer ein Freund von solchen Elementen, da sie die Haupthandlung auf einer tieferen Ebene erklären und man als Leser nicht in der Position des unhinterfragten Hinnehmens landet.
Zum Ende hin werden die einzelnen Handlungsstränge miteinander verknüpft und alles läuft auf einen Showdown hinaus. Hier fand ich die Wahl der Bedrohung leider etwas zu willkürlich und hätte mir einen stärkeren Bezug zum bisherigen Inhalt gewünscht. Allerdings hat die Autorin in ihrem Buch dennoch viel richtig gemacht und eine – besonders im ersten Drittel – atmosphärisch gelungene Geistergeschichte zu Papier gebracht.
Bewertung:
Das war zwar mein erstes Buch der Autorin, ich werde aber als Leserin definitiv erhalten bleiben. Kirsten Mahr versteht es, aus etwas so gewöhnlichem wie Geistern eine ungewohnt außergewöhnliche Atmosphäre herauszuarbeiten. Besonders fiel mir das bei der Perspektive von Clary und Eddie auf. Die gesamte Geschichte wirkt stimmig, ohne unnötige Längen oder streichbare Ausschweifungen. Auch wirkt die Handlung in sich abgeschlossen, sodass man einen soliden Abschluss bekommt, der keinerlei Fragen offen lässt.
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 4/5
Geschichte: 4,5/5
Spannung/Atmosphäre: 5/5
Überraschungen/Wendungen: 3,5/5
Gesamtbewertung: 4,4/5