
Über das Buch:
Autor: Kjell-Vidar Åhman Teig
Titel: A Battle Against Demons
Herausgeber: Music Is Everywhere
Genre: Horror
ISBN: 978-9152791820
Preis: [HC] 20,91 €

Inhalt:
Robert
I find myself on a raft on Lake Mørkved, pursued by both the living and the dead. The muzzle of a gun pressed against my neck could save me from the Witch and Death but also prevent me from breaking the curse cast upon us all. How could things go this wrong?
Øyerstad
The sign welcoming you to Øyerstad is worn and torn, and if you blink, you might just miss it – the little village nestled deep in the forests of rural Norway. Everyone in Øyerstad thinks they know everyone in Øyerstad. They don’t.
The Circus
The Phantoms sway eerily outside the tent, where the scents of sweets, popcorn, grease, and oil mix with the stench of excrement. Hooves and claws scrape against iron grating. Something prowls out there, where light becomes dark, a deeper shadow within the shadows, ready to tear apart anything in its path.
Meine Meinung:
Bei dem Buch handelt es sich um einen Horror-Roman mit autobiografischen Zügen. Zu Beginn habe ich etwas gebraucht, um wirklich in die Story zu finden. Das lag nicht etwa daran, dass das Buch in englischer Sprache geschrieben ist, sondern eher an der von Beginn an vorherrschenden Diffusität der Zusammenhänge. Die Sprache selbst ist sehr einfach, verständlich und gleichzeitig punktuell und wirkungsvoll. Einzig die – gerade zum Ende vermehrt – auftauchenden norwegischen Ortsnamen habe ich überflogen, da mir sowohl Schreibweise als auch Aussprache und geografische Zusammenhänge fremd sind. Der Vibe und die Atmosphäre der 80er/90er, in denen die Geschichte stattfindet, ist sehr eindringlich und authentisch, er verleiht dem Inhalt genau die atmosphärische Tiefe, die er verlangt. Die angedeutete Undurchsichtigkeit, die sich bei mir mit dem Einstieg in das Buch abzeichnete, ist durch drei Faktoren zu begründen. Erstens: Direkt von Anfang an wird man mit wechselnden Perspektiven und teilweise Zeitsprüngen konfrontiert. Hier hat es für mich ein paar Seiten gedauert, bis der dazugehörige Inhalt zuordenbar und verknüpft erschien. Zweitens: Wir begleiten Familie Baastad, vordergründig ist unser Protagonist aber der mittlere Sohn, Robert. Die Geschichte erstreckt sich inhaltlich über ein paar Jahre, sodass er zu Beginn als ein heranwachsender Teenager auftritt. Kindlich, naiv, gutgläubig und überwiegend sorglos. Sein Auftreten ist dementsprechend authentisch, gleichwohl seine Schilderungen und Handlungen gerade zu Beginn sehr wenig nachvollziehbar sind – aus genannten Gründen. Und drittens: Die Grenzen zwischen Horror, Mystery-Elementen und Realität sind für sehr lange Zeit nicht klar abgesteckt. Gerade zu Beginn hat das bei mir viel Verwirrung ausgelöst, da ich Probleme mit dem inhaltlichen roten Faden hatte. Als sich jedoch alle Faktoren vereinheitlichen und das Netz aus Metaphern und Inhalt sich langsam sinnvoll verdichtet, entfaltet die Geschichte eine schier unglaubliche Wirkung. Der Autor schafft es nicht nur grandios, die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten, ihm gelingt es gleichzeitig eine Vielzahl an Emotionen auszulösen. Das Gefühl von Nostalgie vermischt sich mit Beklemmung, zu dieser wiederum gesellen sich Trauer, Schmerz, Angst und Unglaube. Sobald ich vollständigen Zugang zu diesem Buch gefunden hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich liebe die Idee, ich liebe die Figuren und vor allem Øyerstad, mit all seinen tödlichen, düsteren und vielleicht sogar wahnhaften Geheimnissen.
Bewertung:
Kjell-Vidar Åhman Teig hat hier eine wirklich großartige Geschichte zu Papier gebracht. Auch wenn ich ein paar Seiten gebraucht habe, um warm zu werden. Letztendlich hat sich dieses Buch so gelohnt. Ich durfte nicht nur eine Vielzahl an wirklich tiefgreifenden Emotionen während des Lesens durchleben, ich habe weiterhin sehr authentische Charakterentwicklungen erleben dürfen. Man begleitet Robert beim Erwachsenwerden, ständig begleitet von seinen Dämonen. Die permanent mitschwingenden Fragen: Was ist Wahn? Wie viel Realität dürfen wir Roberts Worten beimessen und wie viel Übernatürliches mutet uns der Autor mit seinen Ideen zu? Dabei verflicht das Buch Tod, Hexen und den Horror-Zirkus mit tiefgreifenden Themen wie Schuld, Rache, Traumata und Sünden aus der Vergangenheit zu einer symbiotischen, eindrucksvollen Einheit. Ein wirklich tolles Buch, grandios geschrieben und aufgebaut, bis hin zum perfekt schlüssigen Ende.
Schreibstil: 5/5
Geschichte: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Spannung/Atmosphäre: 5/5
Überraschungen/Wendungen: 4,5/5
Gesamtbewertung: 4,8/5