Lexie Elliott: The French Girl

Über das Buch:

Autorin: Lexie Elliott
Titel: The French Girl
Originaltitel: „The French Girl“
Herausgeber: dtv Verlagsgesellschaft (20. August 2021)
Genre: Thriller
ISBN: 978-3423230162
Preis: 11,95 €

Inhalt:

Sommerurlaub nach dem Uni-Abschluss: Kate verbringt mit ihren Freunden eine Woche in Frankreich. Als die geheimnisvolle Französin Severine zur Gruppe stößt, gerät die Dynamik gefährlich durcheinander. Nach einem Eklat am letzten Tag verschwindet sie spurlos. Zehn Jahre später: Auf dem Gelände wird Severines Leiche gefunden – ermordet. Die ehemaligen College-Freunde geraten ins Visier der Polizei. Vor allem Kate hat ein Motiv, denn sie konnte Severine von Anfang an nicht ausstehen. Unter dem zunehmenden Ermittlungsdruck entgleitet Kate die Realität immer mehr, bis sie sich schließlich die Frage stellen muss: Ist der Abend vor zehn Jahren so verlaufen, wie sie ihn in Erinnerung hat?

Meine Meinung:

Der Klappentext verspricht einen spannenden Thriller, mit unvollständigen Blicken in die Vergangenheit, düsteren Intrigen und einem Geflecht aus Lügen. Geschildert wird das Geschehen aus der Sicht von Kate, welche den Leser sowohl durch die Gegenwart begleitet, als auch Auszüge aus der Vergangenheit darlegt. Da sie in dem Mordfall jedoch nicht die einzige Verdächtige ist, fand ich diese Wahl der Sichtweise recht schwierig. Sie bewirkt, dass man die anderen Charaktere, in dem Fall den Freundeskreis und gleichzeitig Kreis der Verdächtigen, nur oberflächlich kennenlernt. Man kann nicht hinter die Fassade blicken und muss dem vertrauen, was durch die Protagonistin geäußert wird. Der Freundeskreis setzt sich zusammen aus Kate, Caro, Seb, Tom, Theo und Lara. Dass Theo bereits verstorben ist, schließt ihn nicht aus dem Kreis der Verdächtigen aus, allerdings findet er nur hier und da Erwähnung. Ihn hätte es als Charakter nicht gebraucht, da er weder in der Vergangenheit, noch für die aktuellen Geschehnisse, eine tragende Rolle spielt. Insgesamt pflegt die Gruppe eine Beziehung zueinander, die mit Freundschaft wenig zu tun hat. Schon in jungen Jahren wirken sie eher wie eine willkürlich zusammengewürfelte Gruppe von Bekannten, die eigentlich nicht viel verbindet. Dass diese Menschen einander eher oberflächlich am Herzen liegen, zeigt sich bei den erneut aufgenommenen Mordermittlungen der Gegenwart. Das ganze Figurenkonstrukt wirkt dünn und unvollständig. Auch wenn man als Leser nicht weiß, wer Severine vor zehn Jahren ermordet hat, so kommt von Beginn an eigentlich nur eine Person in Frage. Auch hatte ich gehofft, dass man als Leser mehr mit in die Vergangenheit genommen wird. Allerdings sind diese Momente recht kurz gehalten und noch dazu bruchstückhaft geschildert. Man kann also nur mit den Personen arbeiten, die wir in der Gegenwart vor uns haben und noch dazu, einzig aufgrund der Beschreibungen von Kate. Es fehlt einfach an vielen Stellen eine gewisse Mehrschichtigkeit und Tiefe in der Darstellung. Folglich gibt es ebenso wenig Spannung wie Thriller-Elemente. Die Geschichte plätschert von Beginn an vor sich hin und nimmt an keiner Stelle großartig Fahrt auf. Alles scheint sich irgendwie im Kreis zu drehen und man kommt als Leser nicht in den Genuss des Mitfieberns. Gegen Ende gibt es eine Stelle, die ein bisschen Spannung versprach, allerdings verlief auch dieses kurze Aufkommen relativ schnell im Sande. Die Auflösung des Ganzen wurde von mir hingenommen, weitestgehend erwartet und hat die Sinnlosigkeit der Geschichte für mich unterstrichen. Es wirkt alles nicht besonders überzeugend.

Bewertung:

Für Thriller-Fans ist dieses Buch eher nicht zu empfehlen. Man wird weitestgehend ruhig durch die Geschichte geführt und wartet vergeblich auf Spannung. Obwohl die Vergangenheit inhaltlich eine große Rolle spielt, wird ihr in meinen Augen zu wenig Platz eingeräumt. Ich hätte gerne mehr von Severine erfahren, denn das „Durcheinandergeraten der Dynamik“ – wie es im Klappentext heißt – hat eher dezent stattgefunden. Auch das frühere Agieren unter- und miteinander wurde zu wenig beleuchtet, als dass man daraufhin ein klares Bild der Lage bekommt. Die Auflösung birgt keine besonders große Überraschung, sodass das Buch eher als Spannungsroman, denn als Thriller deklariert werden sollte. Leider eine eher enttäuschende und nicht besonders fesselnde Geschichte.

Schreibstil: 4/5
Charaktere: 2/5
Geschichte: 1,5/5
Überraschungen/Wendungen: 3/5
Spannung/Atmosphäre: 2/5

Gesamtbewertung: 2,5/5

Bewertung: 2.5 von 5.