
Über das Buch:
Autor: P. J. Prince
Titel: Blackfield Stories – Hunger
Herausgeber: Legitur Verlag e.K.
Genre: Young Adult Horror
ISBN: 978-3912130041
Preis: 13,00€

Inhalt:
Hannahs Leben scheint völlig normal, bis sie eine alte Clownpuppe entdeckt.
Starres Grinsen. Leere Augen. Ein süßlich-verbrannter Geruch.
Ihr Name ist Esurio.
Und Esurio hat Hunger.Mit jedem Bissen wächst er, und mit ihm der Schrecken.
Was wie ein Fluch beginnt, verwandelt sich rasch in einen gnadenlosen Kampf ums Überleben.
Denn Esurio will nicht nur gefüttert werden.
Er will Hannah.
Kann sie seinem Hunger entkommen?
Meine Meinung:
Wenn man an Horror-Geschichten mit Clowns oder Clown-Puppen denkt, dann hat man eigentlich gleich zu Beginn eine bestimmte Vorstellung. Man denkt an „ES“ von Stephen King, an alte Puppen, die sich ganz subtil bewegen und dabei nach und nach zum Leben erwachen, an beobachtende Augen in der Dunkelheit, vom Kuscheltier-Regal aus. An keinem dieser Elemente bedient sich Autor P. J. Prince. Er kreiert den Horror nicht über subtile, entschleunigte Momente. Gleich von Beginn an schlägt das Grauen gnadenlos zu und nistet sich ins Leben von Protagonistin Hannah ein. Hier wird man sofort mit dem Horror an sich, gepaart mit dem Gefühl der Ausweglosigkeit, konfrontiert. Hannah ist 16 Jahre alt und ihr Verhalten dementsprechend. Charakterlich wirkt sie recht solide und durchschnittlich, nicht herausragend bedeutsam oder besonders negativ. Sie ist ein gängiger Teenager, der eben etwas Pech hatte. Hier und da haben mir ihre Entscheidungen nicht zugesagt, aber dieser Aspekt ist sicherlich mit ihrem Alter zu entschuldigen. Dennoch zeigt sie mit zunehmender Verzweiflung auch Seiten an sich, die ich spannend fand. Wie weit sie ab einem gewissen Punkt zu gehen bereit ist, um einigermaßen vorgetäuschten, temporären Frieden zu empfinden. Worauf ich gut hätte verzichten können, waren die Liebeleien und Eifersuchtsszenen. Für die Geschichte selbst sind sie nur stark begrenzt relevant und die dadurch entstehenden Dynamiken hätten definitiv auch anders gelöst werden können. Besonders eindrucksvoll fand ich die Idee der Hintergrundgeschichten. Die Existenz des Clowns, seine Beweggründe und Handlungen sind nicht willkürlich, sondern durch eine teilweise sogar traurige Geschichte erklärlich. Und auch wenn ich die Idee wirklich mochte und sie der Geschichte viel Tiefe verliehen hat, hätte es an dieser Stelle für mich ruhig noch tiefer gehen können. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen über den eigentlichen Fluch gehabt, sein tatsächliches Zustandekommen. Generell gab es inhaltlich einige Situationen, die ich mir detaillierter herausgearbeitet gewünscht hätte – wie beispielsweise Momente in Esurios Gefängnis, bis Hannah ihn dort fand. Die Geschichte wird angepriesen als Young Adult Horror, für Fans von beispielsweise Fear Street. Der Vergleich ist durchaus passend, denn Atmosphärisch, vom Aufbau her und auch inhaltlich lassen sich hier wunderbar Parallelen erkennen – jedoch ohne dass dieses Buch wie eine Kopie wirkt. Der Autor hat seine eigene Welt geschaffen, bewegt sich mittels seiner Figuren selbstsicher in dieser und kreiert dabei herrlich gruselige, aber auch leichte Momente. Vor allem angetan hat es mir aber das Ende. Hier werden neue Fragen aufgeworfen, die auf ein zukünftig entstehendes Gesamtbild schließen lassen. Versteckte Äußerungen werden getätigt und neue, vermeintliche Schlüsselfiguren ins Spiel gebracht. Abgeschlossen scheint diese Geschichte noch lange nicht, obwohl das Buch an sich perfekt alleinstehend gelesen werden kann.
Bewertung:
Ich kenne den ersten Band aus der Blackfield-Stories-Reihe nicht, aber das werde ich nach diesem Buch definitiv ändern. Die Geschichte eignet sich perfekt für Jugendliche als Einstieg in das Genre, aber auch für Erwachsene, die sich über Geschichten wieder in die eigene Jugendzeit versetzt fühlen wollen. Denn so ging es mir: angefangen mit Fear Street und Gänsehaut konnte ich die Mischung aus Nostalgie und purer Unterhaltung in diesem Buch wieder aufleben lassen. Zusätzlich ist es eine gut durchdachte Geschichte, die ausreichend dezente Gruselmomente birgt und die einfach richtig Spaß macht.
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 3,5/5
Geschichte: 4/5
Spannung/Atmosphäre: 4/5
Überraschungen/Wendungen: 4/5
Gesamtbewertung: 4,1/5