Zoey Aldrich: In einer Welt ohne Zukunft

Gekennzeichnet als Rezensionsexemplar

Über das Buch:

Inhalt:

Winter 2016: Mason Cash ist auf dem Weg ins Gefängnis, als die Menschen auf den Straßen von London plötzlich durchzudrehen scheinen. Sie stürzen sich auf ihre Mitbürger wie auf ein Gratisbuffet. Sofort ist dem verurteilten Mörder klar, womit er es da zu tun hat: Zombies!
Die junge Candy und ihre Großmutter erhalten kurz darauf unerwarteten Besuch, als Mason und seine Bande Krimineller auf der Suche nach einem Versteck über ihr abgelegenes Cottage stolpern. Eine Zweckgemeinschaft entsteht, die nur ein Ziel hat: die Apokalypse zu überleben.

Meine Meinung:

Bei dem Buch handelt es sich um das Prequel von Zoeys phänomenaler dystopischer Reihe rund um die Zombie-Apokalypse. Natürlich waren meine Erwartungen enorm hoch, da sich die Autorin mit den Romanen Stella 2031, Roman 2040, Sergio 2041 und Noah 2048 geradewegs in mein Herz geschrieben hat. Für mich hat sie sich mit ihren Werken einen Platz in den Reihen meiner Lieblingsautor:innen geschaffen. Aber sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist oder konnte auch dieses Buch mit seinen Vorgängern mithalten? Meine Antwort: die Geschichte ist ein Highlight für sich. Man bekommt einen völlig neuen Blickwinkel auf den Ausbruch der Seuche und den Umgang der Menschen damit. Hier gibt es zu Beginn noch den Alltag, das gewohnte Leben und den Luxus des Selbstverständlichen. Dieses wird allen Beteiligten mit einem Schlag genommen und plötzlich gilt nicht mehr das gemütliche, familiäre Leben im sicheren Kokon des Selbstmitleides, sondern einzig das Recht des Stärkeren. Im Fokus der Geschichte steht Protagonist Mason Cash, ein verurteilter Serienmörder, mit seiner kriminellen Bande im Anhang. Hinzu kommt im zeitnahen Verlauf auch noch Candice (Candy), die mit ihrem Freund Taylor und ihrer Großmutter Phyllis in einem abgelegenen, gemütlichen Cottage lebt. Obwohl ihr Dasein recht „normal“ ist, wird auch Candy von inneren Dämonen geplagt. Die Wege der beiden kreuzen sich auf eher unfreiwilligem Weg und das Schicksal der neuen Welt zwingt sie zu einem holprigen Zusammenleben. Ich muss sagen, dass ich schlichtweg begeistert bin. Das Zusammenspiel dieser völlig gegensätzlichen Gruppen bringt eine unglaublich spannende Dynamik in die Geschichte und beleuchtet noch dazu die neuartige Situation der Menschheit von mehreren Blickwinkeln gleichzeitig. Die Charaktere hat die Autorin wie immer mit völlig eigenwilligen Noten versehen. Candy fand ich beispielsweise wenig ansprechend. Ihre Schwäche und die ständige Hysterie sind zwar der Situation angemessen, jedoch wirken sie gegenüber dem allzeit coolen Mason Cash übertrieben und zeitweise nervig. Und obwohl sie eine enorme Charakterentwicklung durch macht – diese übrigens wahnsinnig authentisch, weil sie sich im Kern absolut treu bleibt – konnte ich mich bis zum Schluss nicht für Candy erwärmen. Anders sieht es da bei Mason aus. Er reiht sich geradewegs neben Sergio in meinem Ranking der Lieblingscharaktere ein. Er ist vom gleichen Schlag, ein skrupelloses Individuum auf den ersten Blick, aber mit einem gut verborgenen großen Herzen. Zoe Aldrich geizt auch in diesem Buch nicht mit brutalen, verstörenden Szenen, jedoch konnte sie hier mit teilweise völlig neuen Ideen überzeugen. Während die vierteilige Reihe inhaltlich hin und wieder Wiederholungen barg, sticht „In einer Welt ohne Zukunft“ auch hinsichtlich des Ideenreichtums heraus. Das Ende gibt mir einen minimalen Funken auf eine Weiterführung des Prequels, denn für diese Reihe gilt Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist absolut nicht.

Bewertung:

Hat dieses Buch eventuell alle vier bisher erschienen Titel etwas in den Schatten gestellt? Ja! Sofern man bei so großartigen Werken überhaupt von Schatten sprechen kann. Jedes Buch dieser Welt ist ein kleines Highlight für sich und so ist es auch bei diesem Werk nicht anders. Ich hoffe unbedingt auf eine Weiterführung, denn das Worldbuilding, die Charaktere und Inhalte sind jedes Mal eine kleine literarische Freude, die mich für lange Zeit nicht mehr los lassen.

Schreibstil: 5/5
Charaktere: 4/5
Geschichte: 5/5
Spannung/Atmosphäre: 4,5/5
Überraschungen/Wendungen: 5/5

Bewertung: 5 von 5.