Who the f*ck is Christian Maria Paul?

Christian Maria Paul. 1973 geboren. Deutscher Schriftsteller und Musiker. Unkonventionell. Realitätsnah.
Das sind Fakten und Begriffe, mit denen ich Christian beschreiben würde. Aus den wenigen Informationen lässt sich wenig über sein eigentliches Wesen erfahren, und so frage ich ihn heute danach und lasse euch an seinen Antworten teilhaben.
Gerade habe ich ihn ein wenig beschrieben – aber was weiß ich schon:

Beschreibe dich mit drei Worten.

Unwiderstehlich – gutaussehend – attraktiv

Welche Charaktereigenschaften hättest du, wenn du ein Charakter in einem Thriller wärst? Würdest du sagen, dass jene Eigenschaften auch auf dein tatsächliches Wesen zutreffen?

1.    Der Badboy! Der fiese Drecksack! Der Außenseiter! Genau der Typus, auf den die interessanten Frauen fliegen…
2.    Auf keinen Fall…

Dein Herz schlägt schon seit deiner Kindheit für die Musik, wann hat es begonnen für das Schreiben und die Literatur zu schlagen? Und was war der Auslöser dafür?

Nachdem ich aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen mit der Musik aufgehört hatte, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich wusste nicht mehr wohin mit meiner Kreativität. Was sollte ich machen? Einen Töpferkurs? Glasmalerei? Eines Morgens kam mir im Bett der Geistesblitz! Gelesen hatte ich immer viel und gern. Ich weckte meine Frau und teilte ihr mit, dass ich ein Buch schreiben würde. Sie lachte kurz … drehte sich zur anderen Seite und schlief weiter. Ich sprang aus dem Bett, fuhr zum Schreibwarengeschäft und kaufte mir Papier und einen schönen Stift. Am gleichen Tag begann ich mit der Arbeit an 5928 STICHE.

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch eine der beiden Kunstformen ausüben dürftest, welche wäre das?

Soll ich ehrlich sein? Meine Leser werden wahrscheinlich enttäuscht sein… Ich will es mal folgendermaßen ausdrücken: Es gab keine Nacht in den letzten, na sagen wir vierzig Jahren, in der ich nicht ohne den großen Traum Musiker zu sein, eingeschlafen wäre…

Autor zu sein bedeutet nicht automatisch, dass man auch gerne liest. Wie viel Zeit verbringst du tatsächlich mit Lesen in deiner Freizeit und welches Genre findet man dann bei dir überwiegend?

Ich habe früher sehr gerne und viel gelesen. Tatsächlich beschränkt sich das mittlerweile fast ausschließlich auf die Bücher, die mir mein Freund Stevie jährlich zum Geburtstag schenkt. Zurzeit ist das „Sind wir nicht Menschen“ von T.C. Boyle. Durch das Schreiben habe ich einfach keine Zeit mehr, die vielen wunderbaren Werke der Kollegen zu bestaunen. Meine Lieblingsschriftsteller sind Phillipe Djian, John Irving, Frank Schätzing und der große Charles Bukowski!

Wenn du mit einem Autor – tot oder lebendig – einen Kaffee trinken dürftest, wer wäre es und warum?

Da käme definitiv nur einer in Frage! Mein geistiger Vater, der große Charles Bukowski. Allerdings halte ich es für ausgeschlossen, dass es Kaffee zu trinken gäbe.

Was sind für dich typische Autoren-Klischees?

Ich finde nichts schlimmer, als die vielen Kollegen, die sich in gebügelten Hemden und Cordhosen mit nachdenklichem Blick an ihrem Schreibtisch fotografieren lassen und alle den gleichen Quatsch in die Welt tragen. Ich will ein bisschen mehr „Dreck“, mehr Sex, Crime & Rock’n’Roll in die Literatur bringen.

Möchtest du uns ein Autoren-Geheimnis verraten?

Lieber nicht…

Danke, dass du uns einen kleinen Einblick in dein Innerstes gegeben hast. Jetzt würde ich gerne noch ein wenig zwei deiner Werke unter die Lupe nehmen. Das eine davon, GIFT, habe ich selbst gelesen und war absolut begeistert (Rezension), es unterscheidet sich, in meinen Augen, sehr von gängiger Literatur, da es einfach gnadenlos ehrlich und unverblümt geschrieben ist. Erschienen ist es am 07.10.2019 und beinhaltet „die volle Wucht moderner Underground-Literatur“.

Ist dein Buch GIFT in deinen Augen besonders wichtig für die Gesellschaft?

Unbedingt! Es soll ein Arschtritt für alle sein, die meinen die Nase rümpfen zu müssen über alles, was ihnen fremd ist. Fickt euch und kehrt den Dreck vor eurer eigenen Haustür.

In der Schule muss man oft Werke verstorbener Autoren interpretieren, und deuten können, was derjenige „damit sagen wollte“. Jetzt habe ich endlich die Möglichkeit, einen Autor diesbezüglich zu befragen, also:
Hattest du beim Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten eine bestimmte Intention, willst du deinen Lesern mit deinen Worten etwas bestimmtes vermitteln oder hast du „frei“ geschrieben, ohne Aussagen treffen zu wollen?

Da könnte ich nun stundenlang philosophieren. GIFT ist kein einfaches Buch. Es hat mir beim Schreiben körperliche Schmerzen verursacht. In meinen Kurzgeschichten kann der aufmerksame Leser viel zwischen den Zeilen lesen. Es steckt auch voller geheimer Botschaften. Die Geschichten enthalten sehr viel Privates. Viele der Szenen habe ich selbst erlebt. Dieses Buch verkörpert außerdem einen tiefen Schnitt in meinem Leben.

Mit welcher Geschichte aus GIFT kannst du dich am meisten identifizieren und vor welchem Hintergrund? 

1.    Nulllinie
2.    Mein Herzstillstand 2018

Vielen Dank für die ehrlichen Worte zu deinen „Dunklen Geschichten“. Jetzt wollen wir nicht länger auf abgeschlossene Werke zurückblicken, sondern uns auf die Zukunft freuen – wobei hier GIFT auch keine ganz unbedeutende Rolle spielt.

Dein neuer Roman „45 Millimeter“ erscheint voraussichtlich im nächsten Jahr. Das Buch wird sozusagen eine Fortsetzung einer deiner in GIFT erschienenen Kurzgeschichten. Viele Kurzgeschichten habe kein endgültiges Ende oder bleiben offen – Wie bist du auf den Gedanken gekommen, besagte Geschichte fortzuführen?

Die Leser wünschten sich das.

Möchtest du verraten, um welche Kurzgeschichte es sich hierbei handelt und wieso sie sich für dich gut zum Weiterschreiben eignet?

1.    „Jessy“
2.    Ich persönlich hätte eine andere Story favorisiert. An der Fortführung werde ich mir die letzten Zähne ausbeißen. Allerdings wird es zu diesem Buch im Sommer eine sensationelle Bekanntmachung geben.

Christian! Ich danke dir für deine Zeit und deine durchdachten, interessanten Antworten. An alle Leser, die sich in irgendeiner Form in Christians Worten wiedergefunden haben: Lest GIFT, es wird euch damit wie mir ergehen. Die letzten Worte dieses Interviews gehören selbstverständlich dem Autor:

Vielen Dank, dass ich mich dir und deinen Lesern vorstellen durfte! Sommerzeit ist Lesezeit! Kauft meine Bücher!
C.